
Jenseits des Tisches: Tarot, Scharlatane und die Gabe, Menschen zu lesen (German Edition)
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About this book
Sie hat keine einzige Karte gesehen, die sie umdrehte.
In der Geschichte, mit der dieses Buch beginnt, legt Madame Odile seit dreißig Jahren die Karten, in zwei Zimmern über einer Apotheke in Lyon. Zwanzig dieser Jahre ist sie blind. Was sie liest, ist der Mensch auf dem anderen Stuhl. Dieses Buch handelt davon, wie das geht, und von allen, die je an einem Tisch wie ihrem gesessen haben.
Die ganze Geschichte des Kartenlegens
Dreihundert Jahre lang war das Tarot ein Kartenspiel, um das an den Höfen der italienischen Renaissance Geld gespielt wurde. Dann sah ein Pariser Gelehrter 1781 eine Viertelstunde lang hin und erklärte es zum verlorenen Buch der ägyptischen Priester. Jenseits des Tisches folgt den Karten von dort aus weiter: Etteilla, der erste Berufskartenleger; Mademoiselle Lenormand und das Nürnberger Würfelspiel, das ihren Namen trägt; die Magier und Logen von Paris und London; Pamela Colman Smith, die das berühmteste Deck der Welt zeichnete und dafür, wie sie selbst schrieb, „sehr wenig Geld" bekam; Kipperkarten und Küchentische; Hellseher-Hotlines, Tarot-Apps und die Maschinen, die heute jedem die Karten legen, der fragt.
Die Fälscher
Gesetze gegen Wahrsager von 1735 bis heute. Der Fluchschwindel, Schritt für Schritt. Und das Kaltlesen, Technik für Technik auseinandergenommen, damit du es überall wiedererkennst. Auch in deinen eigenen Legungen.
Das Handwerk
Das Herz des Buches ist eine vollständige Schule der Aufmerksamkeit, gespeist aus dem Wissen von Vernehmern, Geiselunterhändlern und Psychologen:
die Grundlinie, und warum keine Geste für sich genommen etwas bedeutet
die Augen, die Hände, die Füße und der ganze Körper
das Gesicht, die Stimme und die Gefühle darunter
Fragen, die einen Menschen öffnen, und das Schweigen, das ihn weiterreden lässt
Draht, Spiegeln und die taktische Empathie der Krisenunterhändler
die aufschlussreichste Sekunde jeder Legung: der Moment, in dem eine Karte fällt
Zu jeder Technik steht ehrlich dabei, was die Forschung trägt. Manche berühmte Methode fällt durch, etwa das Ablesen von Lügen an Augenbewegungen, und das Buch sagt es dir.
Was dieses Buch anders macht
Geschichten, die du weitererzählst. Ein Finanzbeamter, eine Hotline um vier Uhr morgens, ein Pantomime im Schweigegelübde, eine Pokerspielerin, die den Mentalisten liest. Die Geschichten am Legetisch sind erfunden, und das Buch sagt es; die Geschichte selbst ist es nicht.
Nachprüfbare Historie. Echte Namen, Daten und Gerichtsverfahren, mit Anmerkungen und Quellen.
Ein Anhang zum Arbeiten. Ein Feldführer der Signale mit Angabe der Beleglage, zwölf Übungen, fünf klassische Legungen und zehn Warnzeichen für einen Wahrsageschwindel.
Durchgehend farbig illustriert.
Für alle, die die Karten legen, für die, die ihnen gegenübersitzen, und für jeden, der sich je gefragt hat, was an diesem Tisch eigentlich passiert.
Zur Körpersprache der Figuren auf den Karten siehe The Body Language of Tarot (The Tarot Codex, Band 8) desselben Autors, bislang nur auf Englisch.
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